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Die "Katholisch-österreichische Mittelschulverbindung Nibelungia St. Pölten"
wurde am 13. 5. 1919 von fünf St. Pöltener Mitgliedern der CV-Verbindung Norica gegründet. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war die Zeit der innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen den Sozialdemokraten, dem Bürger- und Bauerntum. Das Verhalten der Sozialdemokratie, die unbedingt an die Macht kommen wollte, die Angst des „Bürgertums“ vor einer Diktatur des Proletariates, der beginnende Nationalsozialismus und das erst langsam erwachende Österreichbewusstsein gestalteten das politische und kulturelle Umfeld dieser Zeit und bewirkten klare, zumeist aber auch unversöhnliche Positionen innerhalb der Gesellschaft. Die Zeit nach der Gründung kann am besten mit den Worten unseres verstorbenen AH Dr. Walter Antoniolli v. Dietrich beschrieben werden, die er seinem verstorbenen Leibburschen Leopold Figl v. Schwips widmete: "St. Pölten, eine Arbeiterstadt mit überwältigender Mehrheit radikaler Sozialisten; das Bürgertum, das in liberaler und nationaler Selbstgefälligkeit erstarb; eine ganz kleine christlich-soziale Schicht. Nibelungia pflegte in der Zwischenkriegszeit immer wieder den Kontakt mit anderen katholischen Organisationen und beteiligte sich auch an der Gründung und Gestaltung von Dachverbänden. 1938: Während am Rathausplatz, wo damals die Bude war, „brüllende NS-Verbände umherzogen“ (Bericht des letzten Seniors Herbert Machatschek), wurde am 17. 3. 1938 auf einem ordentlichen BC beschlossen, „das Verbindungsleben bis zur Klärung der politischen Lage einzustellen.“ Im Nationalsozialismus verloren Bundesbrüder ihre Stellungen, erhielten Berufsverbot, AH Leopold Figl wurde im KZ interniert, 13 Bundesbrüder verloren im 2. Weltkrieg ihr Leben. Nach dem Krieg arbeiteten viele Nibelungen beim Wiederaufbau mit. Vor allem Leopold Figl und Julius Raab ist das Zustandekommen des Staatsvertrages 1955 zu verdanken. Mit den wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen in der 2. Hälfte des 20. Jh.s und ihren Auswirkungen auf die Werthaltungen und das Freizeitverhalten der Gesellschaft änderte sich die Lage der Studenten-Verbindungen. Unsere Prinzipien erschienen vielen überflüssig, die Organisation zu straff, die Lieder altmodisch. Trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen seit ihrer Gründung kann Nibelungia heute (2006) in relativ „guter Gesundheit“ auf ihre wechselvolle, insgesamt aber erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Einige weitere Fakten 1921 Nibelungia erhält Wappen Dipl. Ing. Julius Raab (ehem. Bundeskanzler) Literaturhinweis: Obermüller Heinrich, „Verboten und verfolgt“, Band 1, Wien 1991, S. 306 |
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