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Die "Katholisch-österreichische Mittelschulverbindung Nibelungia St. Pölten"

 

wurde am 13. 5. 1919 von fünf St. Pöltener Mitgliedern der CV-Verbindung Norica gegründet.
Burschenfarben: hellblau-weiß-gold, Deckel orange,
Wahlspruch nach 1945: In fide firmitas (In der Treue/Im Glauben liegt die Stärke)

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war die Zeit der innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen den Sozialdemokraten, dem Bürger- und Bauerntum. Das Verhalten der Sozialdemokratie, die unbedingt an die Macht kommen wollte, die Angst des „Bürgertums“ vor einer Diktatur des Proletariates, der beginnende Nationalsozialismus und das erst langsam erwachende Österreichbewusstsein gestalteten das politische und kulturelle Umfeld dieser Zeit und bewirkten klare, zumeist aber auch unversöhnliche Positionen innerhalb der Gesellschaft.

Die Zeit nach der Gründung kann am besten mit den Worten unseres verstorbenen AH Dr. Walter Antoniolli v. Dietrich beschrieben werden, die er seinem verstorbenen Leibburschen Leopold Figl v. Schwips widmete:

"St. Pölten, eine Arbeiterstadt mit überwältigender Mehrheit radikaler Sozialisten; das Bürgertum, das in liberaler und nationaler Selbstgefälligkeit erstarb; eine ganz kleine christlich-soziale Schicht.
Dann gab es jenen unvergleichlich kleinen Kreis von jungen Leuten, die das alles nicht zur Kenntnis nahmen. Da waren in der Nibelungia vereint und geschart um unser EM Prälat Huber, um die Gründer Julius Raab, Heinrich Raab, die Brüder Schmid: Bruno Suchanek, Gottfried Lob, Rudi Klar und einige andere, vor allem aber Leopold Figl.
Ihre Parole war Angriff nach allen Seiten, es gab kein Abseitsstehen. Mit aller Kraft der Jugend stürzten sie sich in das Leben. Auch ihre tollen Streiche waren Zeugnis dafür. Sie, vor allem Leopold Figl, waren mehr als Kameraden glücklicher Tage.“

Nibelungia pflegte in der Zwischenkriegszeit immer wieder den Kontakt mit anderen katholischen Organisationen und beteiligte sich auch an der Gründung und Gestaltung von Dachverbänden.

1938: Während am Rathausplatz, wo damals die Bude war, „brüllende NS-Verbände umherzogen“ (Bericht des letzten Seniors Herbert Machatschek), wurde am 17. 3. 1938 auf einem ordentlichen BC beschlossen, „das Verbindungsleben bis zur Klärung der politischen Lage einzustellen.“ Im Nationalsozialismus verloren Bundesbrüder ihre Stellungen, erhielten Berufsverbot, AH Leopold Figl wurde im KZ interniert, 13 Bundesbrüder verloren im 2. Weltkrieg ihr Leben.

Nach dem Krieg arbeiteten viele Nibelungen beim Wiederaufbau mit. Vor allem Leopold Figl und Julius Raab ist das Zustandekommen des Staatsvertrages 1955 zu verdanken.

Mit den wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen in der 2. Hälfte des 20. Jh.s und ihren Auswirkungen auf die Werthaltungen und das Freizeitverhalten der Gesellschaft änderte sich die Lage der Studenten-Verbindungen. Unsere Prinzipien erschienen vielen überflüssig, die Organisation zu straff, die Lieder altmodisch.

Trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen seit ihrer Gründung kann Nibelungia heute (2006) in relativ „guter Gesundheit“ auf ihre wechselvolle, insgesamt aber erfolgreiche Geschichte zurückblicken.


Einige weitere Fakten

1921 Nibelungia erhält Wappen
1937 Beitritt zum MKV
1946 Reaktivierung
1959 Nibelungia erhält Fahne
1971 Einzug in die heutige Bude
1986 Neu-Start deiner regelmäßigen Verbindungs-Zeitung
1999 Nibelungia erhält Verbindungskreuz
 

Einige Namen von österreichweiter Bedeutung:

Dipl. Ing. Julius Raab (ehem. Bundeskanzler)
Dipl. Ing. Leopold Figl (ehem. Bundeskanzler, Außenminister, Landshauptmann)
Dr. Walter Antoniolli, ehem. Univ. Prof., Präs.d.VfGH
Ing. Leopold Maderthaner, ehem. Präs. d. BWK, NR
HR Dr. Rudolf Schwertner, (Präs. d. österr. Laienrates)
 

Literaturhinweis:

Obermüller Heinrich, „Verboten und verfolgt“, Band 1, Wien 1991, S. 306
Obermüller Heinrich, „Aufbruch und Untergang“, Band 2, Teil 1, Wien 2000, S. 459 ff.
Mittelstaedt Michael, „Register zu Heinrich Obermüller …“, Wien 2006, S. 220
Krause Peter, „Studiosus Austriacus“, Wien 2007, S. 55


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 KÖMV Nibelungia St. Pölten - Die Studentenverbindung in St. Pölten